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Die kleine Synagoge in Trnava

als Bestandteil der jüdischen Geschichte der Stadt

 

Historiker bestätigen die Anwesenheit der Juden in der Zeit des Römischen Reiches auf dem Gebiet der Slowakei. Schon vor dem Samo-Reich sei an der nördlichen Grenze des Römischen Reiches über dem Dorf Trstin der älteste Judenfriedhof entstanden. Hier wurde nämlich die Schutzmauer von den versklavten Juden aus Jerusalem und Masada während der Regierung des römischen Kaisers Titus Flavius Vespasian 70 v.Ch. erbaut.

synagogaErste Erwähnungen einer jüdischen Gemeinde in Trnava datieren sich ab dem Jahr 1340. Die jüdische Gemeinde hatte in der Stadt ihre eigene Verwaltung, sogar auch einen Bürgermeister und einen Richter und wurde im Mittelalter als eines der bedeutendsten Kulturzentren des jüdischen Lebens bezeichnet. Ihr Rabbiner Izak Tyrnau gehörte zu den führenden Gelehrten in Mitteleuropa. Er beschäftigte sich mit Gebetsverordnungen in Wien, Trnava und Bratislava und hielt seine Resultate in dem berühmten Buch Minhagin aus dem Jahr 1425 fest, das die Judaisten als eine Basis anerkannt hatten und das in ähnlicher Auflagenmenge wie Gutenbergs Bibel publiziert wurde.

Die Gemeinde befand sich in den Straßen Jerichova, Jeruzalemska und Dolnopotočná, welche auch den Namen „jüdische Straße“  trug, da hier die erste Synagoge im Jahr 1538 erbaut wurde.

Die Zeit nach dem Jahr 1783 wurde durch die Gründung des orthodoxen Weltvereins Chever Kadis im Jahr 1801, durch den Bau der Synagoge im Jahr 1831 und durch die Eröffnung einer eigenen orthodoxen Schule gekennzeichnet. Diese beruhte auf den Prinzipien des Buches Minhagin von Izak Tyrnau und auf der Lehre des Gelehrten Chatam Sofer, der auch als der leuchtende Stern bezeichnet wird.

Die jüdisch religiöse Gemeinde wuchs auch dank den neuen politischen und bürgerlichen Rechten an, die sie von dem Kaiser Franz Joseph im Jahr 1848 und 1862 erhalten haben. Im Jahr 1855 wurde Simon Sidon der erste Rabbiner von Trnava. Im Jahr 1868 sind auf dem Kongress in Budapest drei religiöse Strömungen entstanden: die orthodoxe, die Status quo ante und die neologische.

Die orthodoxe Synagoge wurde höchstwahrscheinlich im Jahr 1831 erbaut, also 61 Jahre früher als die Staus quo Synagoge – eine Basilika Architektur, die sich ganz in der Nähe - in der Halenarska Straße- befindet.

Gemäß den Vorschriften darf man die orthodoxe Synagoge nicht direkt von der Straße aus betreten und das Gebäude muss in Richtung Jerusalem orientiert sein. In der Synagoge ohne Turm befindet sich das Sanktuarium auf der östlichen Seite. Auf der westlichen und östlichen Seite sind Tafeln der Zehn Gebote angebracht. Die Eingangshalle wurde durch den Haupteingang auf der Westseite zugänglich gemacht. Die Frauengalerie befindet sich im ersten Stock.

Es handelt sich hier um eine einzigartige und seltene sakrale Räumlichkeit der jüdisch-orthodoxen Kultur und Gelehrtheit. Die Grundlagen wurden von dem bedeutenden Rabbiner Izak Tyrnau geschaffen und sind direkt mit der berühmten Schule Jeschiwa des Rabbis Chatam Sofer  Moses Schreiber in Bratislava (auch das zweite Jerusalem genannt), dessen Lehre zu einer der neuzeitlichen Säulen des Weltjudentums wurde, verknüpft.

Man sagt, der Rabbiner Chatam Sofer soll sich mit dem Kaiser Napoleon Bonaparte beraten haben. Der Rabbiner hatte ihn dazu überredet die königliche Stadt Pressburg (Bratislava) nicht zu zerstören, sondern hier lieber einen Sieg in Frieden zu unterzeichnen. Dank der Klugheit des Rabbiners wurde so die Stadt vor ihrer Vernichtung gerettet.

Nach dem 1. Weltkrieg wurde in der Nähe der orthodoxen Synagoge Karol Sidon - der gegenwärtige Prager Rabbiner - geboren. Er setzte die alte Tradition der jüdischen Weine und die Produktion der koscheren Weine in Böhmen und Mären unter seiner Aufsicht fort.

Heute entweiht, dient die rekonstruierte Synagoge als eine Galerie zu Ausstellungszwecken.  Es werden verschiedene Projekte, vor allem von Fotografien, Grafiken und Skulpturen, ausgestellt und es finden hier zahlreiche Konzerte, Vorlesungen und Weinproben statt. Die Galerie beteiligt sich als Partner und Sponsor auch an der Benefizauktion Hodina Deťom und ist Mitorganisator und Sponsor der Kinderstiftung Iskierka.

Gleichzeitig wurde die Synagoge durch ihr Charisma des Genius Loci zu einem Ort des Zusammentreffens der Menschen aus allen Kontinenten und Kulturen der Welt.

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